Menschen mit
Behinderung
in Fotoporträts

Die Kunst der Nächstenliebe

Ausstellung 
2. Oktober bis 17. November 2021
Zehntscheuer Münsingen

Bundesstiftung Aufarbeitung / Barbara Köppe, Görlitz 1971

Zur Ausstellung
Die Kunst der Nächstenliebe

Die Wanderausstellung Die Kunst der Nächstenliebe – Menschen mit Behinderung in Fotoporträts erzählt von jungen und alten Menschen, die in diakonischen Einrichtungen der 1970er und 1980er Jahre sowohl in Ost- als auch in Westdeutschland lebten. Es ist jedoch keineswegs eine historische Ausstellung, denn die Porträts entziehen sich jeder zeitlichen und regionalen Zuordnung.

Die Präsentation ist in sieben Themengruppen aufgeteilt. Diese orientieren sich an den aktuell in der Inklusionsdebatte diskutierten Kategorien der Teilhabe, wie zum Beispiel: Freundschaft und Nähe oder Beweglichkeit und Begegnung oder Lernen und Neugierde. Es sind Befindlichkeiten, die für alle Menschen gleichermaßen gelten. Sie gehen uns alle an. Deshalb leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Thema Inklusion.

Gerhard Röper, Mössingen 1978

Inklusiv heißt: Alle Menschen sind überall dabei: Menschen mit und ohne Behinderung. Alle können überall mitmachen und alle sind gleichberechtigt.

Institut für inklusive Bildung

Was können uns Foto-Porträts über Inklusion erzählen?

Die Ausstellung Die Kunst der Nächstenliebe präsentiert 42 fotografische Porträts von Menschen, die in diakonischen Einrichtungen zuhause sind. Sie leben oft mit körperlichen, geistigen oder seelischen Einschränkungen. Deshalb ist Begleitung und Unterstützung nötig. Die Menschen wollen am Alltag teilnehmen: Dazu gehört ein eigener Wohnbereich, Lernen, tägliche Arbeit, Freunde treffen, mit ihnen Feste feiern oder Sport machen.

Viele Menschen, die keine besonderen Einschränkungen haben, wissen oft nicht, wie sie Menschen mit Beeinträchtigungen begegnen sollen. Ihre eigene Unsicherheit macht ihnen Angst. Daher nehmen sie höchstens nur das Anderssein wahr und weichen aus.

Harald Hauswald/Ostkreuz, Stephanus-Stiftung Berlin, 1980er Jahre

Bundesstiftung Aufarbeitung / Barbara Köppe, Mechterstedt 1972/73

Die Fotografien der Ausstellung zeigen Porträts aus dem Alltag von Kindern, jungen und alten Menschen mit Beeinträchtigungen. Wir entdecken in den Gesichtern Gefühle, die alle Menschen kennen: Unsicherheit, Frohsinn, Konzentration, Selbstbewusstsein, Trauer, Angst.

Durch die Auswahl der Fotografien werden Gemeinsamkeiten von allen Menschen sichtbar. So wird deutlich: Inklusion ist nicht nur ein soziales und institutionelles, sondern zugleich ein emotionales Thema. Inklusion beginnt zunächst im Bewusstsein eines jeden Einzelnen. Nur dann kann sie langfristig gelingen.

Diese Ausstellung nähert sich also den Gesichtern von Menschen mit Beeinträchtigungen gerade deshalb, weil die Porträts von dem erzählen, was wir heute so gerne in der Hektik unseres Alltags übersehen: Die Würde des Menschen – auch in seiner Gebrechlichkeit.

Die Ausstellung Die Kunst der Nächstenliebe basiert auf dem gleichnamigen Fotoband, der 2013 im Lukas Verlag Berlin erschien (Hg. Ursula Röper). Darin wurden Schwarz-Weiß Fotografien von Menschen mit Behinderungen und alten Menschen publiziert, die von bekannten Fotografen der ehemaligen DDR, Harald Hauswald, Dietmar Riemann, Barbara Köppe in den 1970er und 1980er Jahren in diakonischen Einrichtungen Ostdeutschlands porträtiert worden waren. Die Ausstellung erweitert diesen Ansatz um Fotografien aus derselben Zeit aus Einrichtungen Westdeutschlands von Günter Hildenhagen, Gerhard Röper und anderen.

Archiv für Diakonie und Entwicklung Berlin, Wolmirstedt 1980er Jahre

Die ausgewählten Porträts sind ein ergreifendes Plädoyer für die Menschlichkeit, ein Zeitdokument mit einem überzeitlichen Charakter. Deshalb prägen sie sich, genauso wie die Bilder der großen US-amerikanischen Fotografinnen und Fotografen Dorothea Lange, Diane Arbus, Helen Lewitt, Walker Evans oder Arthur Rothstein, so tief ins Gedächtnis ein. Sie stellen die gesellschaftlichen Normvorstellungen und Stigmatisierungen in Frage und zeigen, dass jeder Mensch einzigartig ist und als solcher akzeptiert und respektiert werden muss.

Urszula Usakowska-Wolff, Strassenfeger, Dezember 2013

Harald Hauswald/Ostkreuz, Stephanus-Stiftung Berlin, 1980er Jahre

Ausstellung
2. Oktober bis 17. November 2021
Zehntscheuer Münsingen

Zehntscheuer Münsingen  – Die Kunst der Nächstenliebe

Adresse

Zehntscheuerweg 11
72525 Münsingen

 

Öffnungszeiten

Montag 15 – 18.30 Uhr

Dienstag 9 – 12 Uhr und 15 – 18.30 Uhr

Mittwoch geschlossen

Donnerstag 10 – 13 Uhr und 15 – 18.30 Uhr

Freitag 9 – 12 Uhr und 14 – 17.30 Uhr

Samstag 10 – 12 Uhr

Sonntag geschlossen

Sonntag, 3. Oktober 2021, 11 – 17 Uhr

Sonntag, 24. Oktober 2021, 10.30 – 19 Uhr

 

Gruppen nach Anmeldung auch außerhalb der Öffnungszeiten unter:
naechstenliebe@samariterstiftung.de oder
telefonisch 07022/505273

 

Eintritt frei

 

Veranstalter

MÜNSINGER ALB UND HOSPIZ STIFTUNG – Zeit für Menschen in Kooperation mit Stadt Münsingen, Schillerschule Münsingen, Evangelische Kirchengemeinde Münsingen, Evangelische Bildung Reutlingen, Kreisverband der Landfrauen Württemberg-Hohenzollern, Diakonische Bezirksstelle Münsingen, Samariterstift Münsingen/Grafeneck, Volkshochschule Bad Urach-Münsingen e.V., Samariterstiftung

Begleitprogramm

Infotag für Lehrer:innen, Eltern, Schüler:innen
Lernen heißt Erleben – Fremdsein gibt es nicht!

Arbeiten ohne Stundenplan. Lehrer und Lehrerinnen heißen Lernbegleiter, die Schüler sind die Lernpartner. Und gelernt wird, worauf man Lust hat und nach eigenem Tempo. Das funktioniert und ist erfolgreich! Seit einigen Jahren arbeitet die Alemannenschule in Wutöschingen nach dem „Schmetterlingsprinzip“, das bedeutet: Der eine Flügel ist die Selbstorganisation, der andere das Lernen durch Erleben. Nicht nur das Leistungsniveau ist gestiegen, zugleich sind die Grenzen sozialer Herkunft gefallen und Kinder mit Behinderung wurden integriert. Das Wort Inklusion gibt es nicht.

Ihr Konzept, für das die Alemannenschule 2019 mit dem Deutschen Schulpreis ausgezeichnet wurde, stellen Lehrer vor. Sie regen an zur Diskussion „Schule neu denken!“ Sie wollen Input geben und Mut machen, neue Wege zu gehen.

  • Freitag, 15. Oktober 2021, 16 Uhr

  • Mensa der Schillerschule

    Schillerstraße 38, 72525 Münsingen

  • Eintritt frei

Gottesdienste
Die Kunst den Nächsten zu sehen - Von der Ebenbildlichkeit Gottes und der Würde des Menschen

Alle Leben auf der Erde sind Geschöpfe Gottes. Salopp gesagt: „Der Tierpark des Herrn ist groß – und er hat sie alle lieb“. Unterschiedlichkeit ist Programm und jedes Leben hat seine eigene Würde. Es ist aber schwer, die Verschiedenartigkeit nicht nur auszuhalten, sondern sogar eine Chance darin zu sehen. Sie fordert auf, sich nicht allein als Maßstab zu sehen, sondern sich dem Fremden zuzuwenden. Inklusion und Teilhabe gelingt in der Begegnung – vor was fürchten wir uns?

  • Sonntag, 24. Oktober 2021

  • Andreaskirche Trailfingen um 9.15 Uhr

  • Martinskirche Münsingen um 10.15 Uhr

  • Eintritt frei

Kabarett mit Rainer Schmidt
Däumchen drehen – keine Hände, keine Langeweile

Humor, Schlagfertigkeit und Lebensfreude. Dies sind Eigenschaften, die Rainer Schmidt auszeichnen. Geboren ohne Unterarme und mit einem verkürzten rechten Oberschenkel machte er sich auf in ein erfolgreiches, vielseitiges Leben in der Mitte der Gesellschaft! Rainer Schmidt nimmt sein Publikum mit auf eine einzigartige Reise in das Land der Inklusion! Sein Motto: Keine Hände – keine Langeweile! Er erzählt authentisch, ohne Moralapostel zu sein von „der Lust und Last der Inklusion“

  • Sonntag, 24. Oktober 2021, 16 Uhr

  • Zehntscheuer, Münsingen

  • Eintritt: EUR 13,–/8,–, Familienpreis EUR 25,–

Kartenreservierungen unter:
naechstenliebe@samariterstiftung.de oder
telefonisch 07022/505273

Martinsumzug
Traditioneller Martinszug mit Laternen und Gesang

Der Martinsumzug wird in diesem Jahr sternenförmig sein. Kinder und Erwachsene treffen sich in den Kindergärten und gehen dann von der jeweiligen Einrichtung zum Rathausplatz. Ab 18.15 Uhr ist hier der Ausklang mit Martinsliedern.

  • Donnerstag, 11. November, 17.45 Uhr

Märchenstunde
Lauschen. Schauen. Staunen. Lachen.

Carmen Stumpf und Katrin Morlock lassen die Zuhörer staunen und träumen. Sie erleben die Kraft und Weisheit alter Überlieferungen: Kinder gehen unbefangen mit ihren Mitmenschen um. Sie nehmen sie so wie sie sind. Allerdings nähern sich viele Menschen immer auch mit einer gewissen Vorsicht dem Anderssein. Wir hören das Märchen und nähern uns spielerisch dem Fremden.

Für Kinder, Familien, Märchenfreunde

  • Freitag, 12. November 2021, 15 Uhr

  • Zehntscheuer, Münsingen

  • Eintritt frei

Weitere Stationen

Rückblick